Meine Woche im Bundestag

Als Abgeordneter bin ich 30 Wochen im Jahr in Bochum für Sie erreichbar. Rund 22 Wochen verbringe ich jährlich in Berlin und vertrete dort die Interessen der Bochumerinnen und Bochumer.

Ich möchte Ihnen auf dieser Seite den Ablauf einer für mich typischen Sitzungswoche in Berlin vorstellen.


Montag

Montag früh reisen die Abgeordneten des Bundestages aus ganz Deutschland nach Berlin an. Ich nehme gemeinsam mit meiner Büroleiterin meist den Zug um 7.35 Uhr aus Bochum, der mich am späten Vormittag am Berliner Hauptbahnhof in eine ereignisreiche und anstrengende Woche „entlässt“. Steht Montagvormittag ein Termin in Berlin auf der Tagesordnung, reise ich bereits Sonntagabend an.

Nach der Wochenplanung mit meinen Mitarbeitern und der Besprechung mit den Fraktionsreferenten und Sachbearbeiterinnen für die Angelegenheiten der Europäischen Union folgt die Telefonschaltkonferenz mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen. Anschließend mache ich meist eine kurze Mittagspause. Danach setze ich mich wieder an den Schreibtisch, erledige Telefonate mit Bürgerinnen und Bürgern und bereite die Termine dieser Woche vor. Um 15.00 Uhr beginnt die Sitzung des Geschäftsführenden Vorstands der SPD-Bundestagsfraktion, um 17.00 Uhr dann die Sitzung des Fraktionsvorstandes. An beiden nehme ich als stellvertretender Fraktionsvorsitzender teil.

Meist besuche ich abends noch eine oder zwei politische Veranstaltungen und fahre gegen 22.00 Uhr in mein Appartement im Berliner Stadtteil Steglitz, das ich zur Untermiete in den Sitzungswochen bewohne.


Dienstag

Der Dienstag steht bei allen Abgeordneten ganz im Zeichen der Fraktion. Heute werden die am Mittwoch stattfindenden Fachausschüsse vorbereitet und die Arbeit der Gesamtfraktion koordiniert.
Nachdem ich den Bürotag um 7.30 Uhr mit der Lektüre der Süddeutschen Zeitung und einer Tasse Tee begonnen habe, startet um 8.00 Uhr auch schon der Sitzungsmarathon. Los geht es mit der Koordinierung der SPD-Fraktion zu Europapolitik mit dem Europapolitischen Sprecher, seinen beiden Stellvertretern und unseren Referentinnen und Referenten. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender leite ich diese Runde.

Darauf folgt von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr die Sitzung der Arbeitsgruppe Europa, an der ich so oft wie möglich teilnehme – als stellvertretender Fraktionsvorsitzender bin ich hier nämlich kein ordentliches Mitglied mehr. Hier diskutieren wir über europäische Themen und bereiten Positionierungen der SPD-Fraktion im Bereich Europa vor.

Nach meiner Mittagspause nehme ich entweder an der Sitzung der Arbeitsgruppe Petitionen – für die ich als stellvertretender Fraktionsvorsitzender ebenfalls zuständig bin – oder dem Treffen der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion teil. Anschließend folgt um 15.00 Uhr die Sitzung der gesamten SPD-Fraktion im Otto-Wels-Saal im Reichstag und danach von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr das Treffen „meiner“ NRW-Landesgruppe in der Landesvertretung in der Hiroshimastraße.

Meist mache ich hinterher einen abendlichen Spaziergang durch den Tiergarten zurück ins Büro und bereite den morgigen Tag vor.


Mittwoch

Mittwoch ist Ausschuss-Tag.

Nach meiner allmorgendlichen Zeitungsdurchsicht widme ich mich den Vormittag über in meinem Büro im Jakob-Kaiser-Haus meinen Postmappen und bearbeite Bürgeranliegen. In dieser Zeit treffe ich mich auch mit Vertretern von Organisationen und Verbänden und Botschaftern von EU-Ländern zum Gedankenaustausch.

Am Nachmittag folgt die Sitzung des EU-Ausschusses, sie dauert von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Ich versuche, auch als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, so häufig wie möglich daran teilzunehmen.

Nach dem Abendessen ist meist Zeit für bilaterale Gespräche mit Verbandsvertretern oder Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundestag – oft im Rahmen eines parlamentarischen Abends. Mein Mittwoch endet häufig erst nach 22.00 Uhr.


Donnerstag

Nach kurzer „Presselage“ nehme ich von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr (in der so genannten „Kernzeit“) an der Debatte im Plenum des Deutschen Bundestages teil. Anschließend ist bis 13.00 Uhr Zeit für Büroarbeit und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern.

Nachmittags kann ich dann häufig auch Schülergruppen aus Bochum im Reichstag begrüßen. Um 15.30 Uhr beginnt die Sitzung des Arbeitskreises Europa. Hier treffen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe für die Angelegenheiten der EU mit den Berichterstattern für das Thema „Europa“ aus den 21 anderen SPD-Arbeitsgruppen und bereiten fachübergreifend Positionierungen der SPD-Bundestagsfraktion vor. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender leite ich diesen Arbeitskreis.
Einmal im Monat findet von 18.00 bis 19.30 Uhr die Sitzung des Arbeitskreises Europa bei der Friedrich-Ebert-Stiftung statt. Hier treffen sich Berliner SPD-Mitglieder, die in ihrer täglichen Arbeit mit Europa zu tun haben und formulieren Positionierungen für die sozialdemokratische Europapolitik.

Nach der Durchsicht aller Tagesmappen versuche ich anschließend, wenigstens einmal in der Woche etwas für meine Fitness zu tun. Leider gelingt mir das aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens in Berlin nicht immer.


Freitag

Mein Tag beginnt wieder einmal um 7.30 Uhr mit der Pressedurchsicht im Büro. Nach meiner Teilnahme an der Plenardebatte oder Abstimmungen kehre ich meist gegen 11.00 Uhr in mein Büro zurück und bereite gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen den Ablauf der kommenden Woche vor. Zweimal monatlich findet von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr die Sitzung der Europa-Kommission im Parteivorstand oder die Präsidiumssitzung der Europäischen Bewegung Deutschland statt, an der ich als ihr Vize-Präsident natürlich teilnehme.

Um 15.48 Uhr bringt mich der ICE wieder vom Berliner Hauptbahnhof in meine Heimatstadt zurück. Meist besuche ich nach der Ankunft noch einen Abendtermin in Bochum.

Eine interessante und anstrengende Sitzungswoche in Berlin ist nun zu Ende – und es wartet auf mich ein ereignisreiches Wochenende mit öffentlichen Veranstaltungen und politischen Aktivitäten in Bochum. Natürlich habe ich aber auch noch ein Privatleben …